Streaming von Ringvorlesungen

Öffentliche Ringvorlesungen sind eine bewährte Lehrform der Universität. In Zeiten der Pandemie wird diese Lehrveranstaltung in elektronischer Form internetbasiert weitergeführt. Das versetzt Gasthörerïnnen in die Lage sich wohnortunabhängig von verschiedenen Universitäten interessegemäße Pakete von Vorlesungen zusammenzustellen. Das ist ein sehr großer Gewinn für die Universität und die Öffentlichkeit und sollte über das Ende der Pandemie hinaus beibehalten werden.

Philosophie, Ökonomie, Philologie, Informatik, Judaistik, Chemie, Geographie und Altertumswissenschaften in entspanntem Ambiente zuhause auf der Couch hören ist kein Konsum, es ist zeitgemäße (Weiter)Bildung.

Digitalsemester und Gasthörerïnnen

Das WiSe 2020/2021 ist für Gasthörerïnnen das erste Digitalsemester, für Angehörige der Freien Universität bereits das zweite. Es brauchte eine Gewöhnung an die Technik von WebEx und das Erlernen von richtigen Verhaltensmustern während des Streams wie die Zeit von Verlesungsbeginn bis heute zeigt. Es ist gelungen. Es gibt sogar begeisterte Zustimmung zum Distanzlernen, es ist bequem von Zuhause aus, beim Kaffeetrinken oder gar liegend im Bett.

Die Mittel des Distanzlernens sind folgende:

  • WebEx als Streamingdienst
  • Bereitstellung von Podcasts pro Sitzung auf Blackboard
  • Bereitstellung von pdf-Dateien pro Sitzung auf Blackboard
  • Nutzung des Universitätswikis
  • Bereitstellung von Power Point-Dateien samt Audiodateien auf Blackboard
  • Kombinationen der vorausgehenden Mittel

Das neue GasthörerCard-Programm für den Art-Bereich des SoSe 2021 ist erschienen. Dort liegt der Fokus der Veranstaltungen, insbesondere das Vortragsweltenangebot erneut auf dem digitalen Format. Für die Zukunft ist zu erwarten, daß das digitale Format bleiben wird, in welchem Umfang das Angebot sein wird ist offen…

Die erste Vorlesung im Wintersemester 2020/2021

Weiter geht es für Gasthörerïnnen. Das ist eine gute Nachricht. Meine erste Vorlesung heute ist aus dem GasthörerCard Art-Bereich: „Kunstgeschichte im Fokus – Bilder, die die Welt bewegten“. Sie ist natürlich virtuell; sie wird über Webex gestreamt.

Die Form ist für viele Teilnehmerïnnen gewöhnungsbedürftig, besteht das Art-Publikum eher aus bemoosten Häuptern, dem diese Technik fremd ist. Dementsprechend kommt es zu lustigen Situationen, die den Beteiligten nicht bewußt sind. Kameras werden nicht ausgemacht und die Teilnehmerïnnen können in die Örtlichkeiten der anderen schauen und ihr Verhalten während der Veranstaltung sehen. Da wird aufgestanden, hin und her gelaufen, gegessen und all die Dinge gemacht bei denen man sich unbeobachtet glaubt. Auch das Stummstellen des Mikrophons ist nicht so einfach wie gedacht. Gespräche werden unabsichtlich mitgehört und stören während der Vorlesung. Manche denken wohl, das Stummschalten bedeute, daß sie selbst nichts hören. Das richtge Verhalten in solchen Situationen will erst eingeübt werden. Lustig war es und interessant …

Fragen zu Adornos Ästhetik und dem Neuronalen Netz

Das Seminar „Wozu Kunst?“ lädt zum Weiterlesen und Denken ein. Nachdem wir den Adornoschen Essay „Engagement“ zur Funktion der „politischen Kunst“ behandelt haben sind die Vorlesungen zur Ästhetik (1958/59) eine gute Gelegenheit sich außerhalb des Seminars an die „Ästhetische Theorie“ heranzutasten. Erste brennende Fragen treten bereits nach Lesen gut eines Drittels der Vorlesungen auf.

Im Folgenden verzichten wir auf die Erklärung eines Neuronalen Netzes. Einige Werke und das Verfahren ihrer Herstellung des Künstlers Roman Lipski wurde uns vorgestellt. Roman benutzt ein Neuronales Netz, daß bestehende Werke von ihm lernt und daraufhin neue Werke erstellt, die Roman dann wiederum als Anregung für eigenes Malen nimmt. Roman bezeichnet das Neuronale Netz als seine Muse.

Daran schließen sich nun Fragen an: Was würde Adorno über ein Neuronales Netz in der Kunst denken? Wäre es ein weiteres Eindringen der Naturwissenschaften in die Kunst und damit eine neue Dialektik von Natur und Kunst?
Wie stünde das Neuronale Netz zu Ausdruck und Konstruktion in der Ästhetik? Hat das Neuronale Netz etwas mit Entfremdung zu tun? Was hielte Adorno von einer solchen Muse? Wäre es etwas völlig Neues? Und viele weitere Fragen tun sich auf…

Die Webseite von Roman Lipski mit vielen Erläuterungen, Bildern und Videos findet sich hier.

Smart Home – Instrument oder Apparat?

Versuchen wir zunächst eine Begriffsklärung und greifen dabei auf folgende Definition zurück:

„Smart Home ist die intelligente Vernetzung mehrerer Komponenten im Zuhause (z.B. Licht, Lautsprecher, Heizung, Fernsehen) sodass die Wohnumgebung ferngesteuert werden kann oder sich automatisch und selbstlernend auf die Bedürfnisse der Nutzer einstellt…“[1]

Eine etwas ältere Beschreibung auf höherem Abstraktionsgrad, die sich auf das Internet der Dinge bezieht lautet:

„Unter dem Internet der Dinge versteht man die Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte mit einer virtuellen Repräsentation einer Internet-ähnlichen Struktur.“[2]

Eine Kombination der beiden Beschreibungen wirkt fruchtbar. Smart Home ist als ein Teilbereich des Internets der Dinge im häuslichen Bereich, der Wohnung oder dem Wohngebäude, zu sehen. Eindeutig identifizierbare physische Dinge, Konsumgüter aber auch Gebrauchsgüter wie Sensoren, können in einer virtuellen Repräsentation verknüpft werden. Die Dinge sind kommunikationsfähig und können über eine gemeinsame operative Sprache, die Binärschrift, zusammengeführt werden. Die Dinge können vom Bewohner parametrisiert und (fern)gesteuert werden. Die Dinge kommunizieren untereinander und „handeln“ gegebenenfalls nach dem Inhalt der Kommunikation, nach Aufforderung. Sie „verstehen“ einander. Sie sind in der Lage zu lernen, wobei wir dieses Lernen als Lernen ohne Bewußtsein verstehen. Wir verzichten hier auf weitere Erläuterungen zum Lernen von Dingen.

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Das Selbstlernprogramm Kunst und Funktion

Weiter-Bildung ist auch über den Tellerrand-Schauen. So werde ich im September meine erste kunsthistorische Lehrveranstaltung besuchen (wer hätte das gedacht?) – Der Kuß in der Kunst – ein doch wohl interessantes Thema. Als kunsthistorischer Laie möchte ich nicht ganz unvorbereitet in diese Veranstaltung gehen und bereite mich mit Hilfe des Selbstlernprogramms „Kunst und Funktion“ – natürlich nicht abschließend – vor. Als ich das Selbstlernprogramm entdecke frage ich mich warum ein eher „behäbiges“ (nein, ich weiß das stimmt so nicht und ist ungerecht) Studienfach wie Kunstgeschichte ein e-Learning Programm anbietet; die Art des „digitalen Lernens“ vermute ich eher in anderen Fächern. Dazu ist die Entstehung des Programms einfach faszinierend. Vor über dreißig Jahren schrieben jüngere Kunsthistoriker eine Geschichte der Kunst unter der besonderen Berücksichtigung der Funktion von Kunst. Dieses Werk wurde 1985 als Funkkolleg Kunst mit 41.412 Teilnehmern vom Saarländischen Rundfunk produziert. Sechzehn Jahre später, im Jahre 2001, wird am kunsthistorischen Institut der FU Berlin im Rahmen des, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten e-Learning-Großprojektes „Schule des Sehens – Neue Medien der Kunstgeschichte”, eine onlinegerechte Version unter dem Namen „Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen – Kunst und Funktion“ entwickelt. Das Selbstlernprogramm ist sogar verpflichtender Bestandteil des Bachelorstudiengangs Kunstgeschichte.

Dazu einige Links:
Homepage Kunst und Funktion
Kunst und Funktion auf der Seite des kunsthistorischen Instituts der FUB
Wikipedia – zum Thema Funkkolleg

Die Kraft meiner Worte

Der Schöpfer-Gott erschafft die Welt durch das Wort. Der Schöpfer-Gott handelt durch das Wort. Der Schöpfer-Gott spicht in Wort und Tat: „Es werde Licht!“ Und es ward Licht. Mein Wort ist nicht demiurgisch: „Es werde Spiegelei!“ Und nichts passiert. Ein Mensch eben…

Mit bestem Dank an Frau Krämer für diesen inspirierenden Moment.

(Dieser kurze Text wurde zuerst am 23.7.2017 auf meinem Blog horax schreibt hier veröffentlicht.)