Schlagwort-Archive: Kunst

Auf dem Weg

Das einzig Systematische an meinem Gasthörerdasein war die Auswahl der Universität. Nur die FU hat ein ausgefeiltes Gasthörerprogramm, einfache Registrierungs-, Buchungs- und Zahlungsmöglichkeiten sodass ich hier als Gasthörer begann. Die bisher besuchten Veranstaltungen waren nicht Schritte hin zu einem klaren Weiterbildungsziel, sondern ich ließ mich einfach treiben, fast als fänden die Veranstaltungen mich. Die Inhalte der Veranstaltung zum Vergleich von deutscher und chinesischer Ästhetik in diesem Semester überraschte mich deshalb, da wir Francois Jullien lasen und seine Reflektion der chinesischen Philosophie irgendwie Grundlage meines Wegs im Gasthörerstudium sein könnte. Der Weg, das Werden – dao.

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Besuchte Lehrveranstaltungen im SoSe 2018

Institut für Philosophie

  1. Deutsche und chinesische Ästhetik im Vergleich – Philippe Brunozzi, Zhang Deng
  2. G. W. Leibniz – Werk, Leben, Editionen – Wenchao Li

Art-Programm: Kunstgeschichte und Geschichte

  1. Gemalte Geschichte im 21. Jahrhundert: Politik in Gemälden von Gerhard Richter bis Bansky – Katharina Raab

Fragen zu Adornos Ästhetik und dem Neuronalen Netz

Das Seminar „Wozu Kunst?“ lädt zum Weiterlesen und Denken ein. Nachdem wir den Adornoschen Essay „Engagement“ zur Funktion der „politischen Kunst“ behandelt haben sind die Vorlesungen zur Ästhetik (1958/59) eine gute Gelegenheit sich außerhalb des Seminars an die „Ästhetische Theorie“ heranzutasten. Erste brennende Fragen treten bereits nach Lesen gut eines Drittels der Vorlesungen auf.

Im Folgenden verzichten wir auf die Erklärung eines Neuronalen Netzes. Einige Werke und das Verfahren ihrer Herstellung des Künstlers Roman Lipski wurde uns vorgestellt. Roman benutzt ein Neuronales Netz, daß bestehende Werke von ihm lernt und daraufhin neue Werke erstellt, die Roman dann wiederum als Anregung für eigenes Malen nimmt. Roman bezeichnet das Neuronale Netz als seine Muse.
Daran schließen sich nun Fragen an: Was würde Adorno über ein Neuronales Netz in der Kunst denken? Wäre es ein weiteres Eindringen der Naturwissenschaften in die Kunst und damit eine neue Dialektik von Natur und Kunst?
Wie stünde das Neuronale Netz zu Ausdruck und Konstruktion in der Ästhetik? Hat das Neuronale Netz etwas mit Entfremdung zu tun? Was hielte Adorno von einer solchen Muse? Wäre es etwas völlig Neues? Und viele weitere Fragen tun sich auf…

Die Webseite von Roman Lipski mit vielen Erläuterungen, Bildern und Videos findet sich hier.

Besuchte Lehrveranstaltungen im WiSe 2017/2018

Institut für Philosophie

  1. Wozu Kunst? – Christian Krüger, Birgit Eusterschulte
  2. Sozialphilosophie und Anthropologie des Gebens – Hilge Landweer

Art-Programm: Quer durch die Epochen der Kunstgeschichte

  1. Von Tugenden und Lastern: Werte und menschliches Miteinander in der Kunst Europas – Barbara Hofmann

Art-Programm: Bausteine der Geschichte

  1. Ringvorlesung: Rätsel der Geschichte – Ernst Baltrusch, Arnd Bauerkämper

Art-Programm: Theologie und Kunstgeschichte im Dialog

  1. Die Kunst des Feierns, Feiern in der Kunst – Eberhard König, Rainer Kampling

Über Einzeller und künstebezogene Praktiken

Als Einzeller wäre der Mensch unsterblich. Da der Mensch kein Einzeller ist, ist er auch sterblich. Scheint logisch.

Eine schwedische Studie zeigt, so Winfried Menninghaus in „Wozu Kunst?“ auf Seite 274:

Das Resultat ist eindeutig: Regelmäßigkeit und Häufigkeit künstebezogener Praktiken werden mit geringer Mortalitätsrate belohnt.

Solche Praktiken seien Selbermusizieren, Schreiben, Theaterspielen, Malen, Bildhauern aber auch Konzert-, Museums-, Theaterbesuche und Besuche von Lesungen oder Lesen. Künstebezogene Praktiken gehen also mit einem längeren, vielleicht auch besserem Älterwerden einher. Bei aller Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse und aller Vorsicht einer Annahme unkritischer Kausalität, könnte in der Vermutung Kants „ästhetische Lust führe ein Gefühl der Beförderung des Lebens bei sich“ (Menninghaus S.275) doch ein Körnchen Wahrheiten enthalten. Es kann sicherlich nicht schaden, sich künstebezogenen Praktiken zuzuwenden.

(Dieser kurze Text wurde zuerst am 30.1.2018 auf meinem Blog horax schreibt hier veröffentlicht.)

Das Selbstlernprogramm Kunst und Funktion

Weiter-Bildung ist auch über den Tellerrand-Schauen. So werde ich im September meine erste kunsthistorische Lehrveranstaltung besuchen (wer hätte das gedacht?) – Der Kuß in der Kunst – ein doch wohl interessantes Thema. Als kunsthistorischer Laie möchte ich nicht ganz unvorbereitet in diese Veranstaltung gehen und bereite mich mit Hilfe des Selbstlernprogramms „Kunst und Funktion“ – natürlich nicht abschließend – vor. Als ich das Selbstlernprogramm entdecke frage ich mich warum ein eher „behäbiges“ (nein, ich weiß das stimmt so nicht und ist ungerecht) Studienfach wie Kunstgeschichte ein e-Learning Programm anbietet; die Art des „digitalen Lernens“ vermute ich eher in anderen Fächern. Dazu ist die Entstehung des Programms einfach faszinierend. Vor über dreißig Jahren schrieben jüngere Kunsthistoriker eine Geschichte der Kunst unter der besonderen Berücksichtigung der Funktion von Kunst. Dieses Werk wurde 1985 als Funkkolleg Kunst mit 41.412 Teilnehmern vom Saarländischen Rundfunk produziert. Sechzehn Jahre später, im Jahre 2001, wird am kunsthistorischen Institut der FU Berlin im Rahmen des, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten e-Learning-Großprojektes „Schule des Sehens – Neue Medien der Kunstgeschichte”, eine onlinegerechte Version unter dem Namen „Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen – Kunst und Funktion“ entwickelt. Das Selbstlernprogramm ist sogar verpflichtender Bestandteil des Bachelorstudiengangs Kunstgeschichte.

Dazu einige Links:
Homepage Kunst und Funktion
Kunst und Funktion auf der Seite des kunsthistorischen Instituts der FUB
Wikipedia – zum Thema Funkkolleg

Besuchte Lehrveranstaltungen im SoSe 2017

Institut für Philosophie

  1. Theorien und Phänomene des Digitalen – Sybille Krämer
  2. Was ist ein Medium? Grundpositionen der Medientheorie – Sybille Krämer

Art-Programm: Quer durch die Epochen der Kunstgeschichte

  1. Der Kuß in der Kunst – Karin Kranhold